Mitarbeiter in Saudi-Arabien
Anlagenbau in Saudi-Arabien
Staudamm- & Kraftwerksbau in Nepal
Tunnelbau/-sanierung in Indien

Dr.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Laurenz Görres

Lehr-Engagement an der LPNU in Lviv und der NUUE in Kharkiv im April 2024

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Im Februar 2024 entstand die Idee, den Kurs "International Project Management" des WiSe 2023/24 weiterzuf√ľhren und den Studenten einen Aufbaukurs "International Project Management II" anzubieten. Die Idee wurden zwischen den Universit√§ten in Lviv (LPNU) und Kharkiv (NUUE) abgesprochen und es entstand der Plan, die Studenten der LPNU in Pr√§senz und der NUUE online zu unterrichten. Dies war ein prinzipiell guter Plan, denn im M√§rz verschlechterte sich die Situation in Kharkiv dramatisch, als die Stadt unter russischen Raketen-Beschuss geriet. Die Stromversorgung in Kharkiv fiel aus, weil Kraftwerke im Raum Kharkiv gezielt attackiert und zerst√∂rt wurden. Die U-Bahn in Kharkiv musste aus Strommangel den Dienst einstellen, die Ampelanlagen wurden abgeschaltet und der Personennahverkehr kam immer mehr zum Erliegen. Der verf√ľgbare Strom reichte nicht mehr f√ľr die ganze Stadt, so dass jeden Tag f√ľr mehrere Stunden verschiedene Stadtteile vom Stromnetz genommen werden mussten. Als am 22.04.2024 der 240 m hohe TV-Tower in Kharkiv unter Beschuss kam und in Teilen zusammenbrach, musste die TV-√úbertragung ausgesetzt werden. Die Kriegszust√§nde in Kharkiv im April 2024 beschreibt ein Kollege der NUUE wie folgt:


Am 12.04.2024 brach ich Richtung Ukraine auf und fing am 16.04.2024 mit dem Unterricht an. Der Unterricht begann jeden Tag um 17 Uhr und dauerte bis ca. 20 Uhr. Die Vor- und Nachmittage verbrachte ich in meinem B√ľro an der Universit√§t und bereitete die √úbungen vor, tauschte mich mit den Professoren aus, erkundete die Universit√§t und organisierte Dokumente f√ľr die Sachspende einer M√ľnchner Firma.

Mein ehrenamtliche Lehr-Engagement wurde wie im Dez. 2023 von der Mengler-Stiftung unterst√ľtzt, die die Kosten der Reise √ľbernahm und den "Don't give up!"-Award f√ľr die Studenten an der LPNU und NUUE auslobte. Weitere Unterst√ľtzung erhielt ich durch Softtech (Neustadt an der Weinstra√üe) und Trimble (USA), die f√ľr die Studenten Software-Lizenzen f√ľr das 3D-Zeichenprogramm "Sketchup" zur Verf√ľgung stellten. Der DGA-Bau Streitl√∂serlehrgang Nr. 6 und meine Ex-Kollegen bei BAUER Spezialtiefbau in Schrobenhausen sammelten Geld, so dass ich die Studenten und einige Professoren zu einem Abendessen einladen und den Kollegen von der NUUE in Kharkiv noch Akku-Baustrahler zukommen lassen konnte. Alle Spendern und Unterst√ľtzern sei an dieser Stelle sehr herzlich gedankt.¬†¬†

Und dies ist bestimmt einer meiner schönsten Lehr-Zertifikate (mit Seltenheitswert)!


Die Bilder zum Vergrößern bitte anklicken!

 

Eindr√ľcke von der Universit√§t und Lehre in Lviv (LPNU im April 2024)


Wer Lviv noch nicht kennt, sollte dar√ľber nachdenken, Lviv zu besuchen, denn wer Wien oder Krakau mag, wird auch Lviv m√∂gen. Lviv ist wie ein "kleines Wien" oder ein "kleines Krakau". Die gesamte Stadt ist durch die Habsburger Zeit gepr√§gt und ein Idyll f√ľr Architekten und Kultur-Fans. Daneben finden sich in Lviv aber auch die Einfl√ľsse vieler anderer Kulturen (polnisch, j√ľdisch, sowjetisch, ukrainisch ...). Es verwundert nicht, dass das Institut f√ľr Architektur an der LPNU ein hohes Ansehen besitzt und der Austausch mit Prof. Cherkes, der das Insitut f√ľr Architektur leitet, stets sehr interessant ist - nicht nur im Hinblick auf Architektur, sondern auch auf die Umst√§nde in der Ukraine.

Das Hauptgebäude der LPNU

Klassenraum mit Beamer

Dozentensicht
(Studenten aus Kharkiv nehmen online am Kurs teil)

Kharkiver Studenten sind √ľber Zoom hinzugeschaltet

Mein "B√ľro" an der LPNU, in dem ich die Trainings t√§glich vorbereitet habe.

Meine "Mensa" (das Boykivs Ļka Hostyna) -
Kriegsausstellungsst√ľcke geh√∂ren zum Restaurant-Inventar.

Der Kurs "International Project Management I & II" trainiert die Studenten, Infrastrukturprojekte in der Angebots- und Ausf√ľhrungsphase zu planen, so wie es zum Wiederaufbau der Ukraine notwendig sein wird. Statt des Frontalunterrichts mit Theorievorlesungen halte ich praxisnahe √úbungen ab, bei denen die Studenten auf ihrem eigenen Computer die Theorie in eine Excel-Tabellenkalkulation umwandeln m√ľssen. Das erfordert das aktive Mitdenken und Mitarbeiten der Studenten und f√∂rdert das Verst√§ndnis der Zusammenh√§nge. Wer die verschiedenen Parameter eines baubetrieblichen Problems erkannt hat und diese in einer Tabellenkalkulation zu verkn√ľpfen versteht, erh√§lt vertiefte Einblicke in die Komplexit√§t baubetrieblicher Aufgabenstellungen und baubetrieblicher Denkweisen, die kaum ein Lehrbuch zu beschreiben vermag und g√§ngige Anwendungssoftware nicht abbildet. Es ist ein Lehrkonzept, das auf der Lehrtechnik des "Inverted Classroom" basiert, von mir w√§hrend der Corona-Pandemie konzipiert wurde und damals wie heute hohen Anklang bei den Studenten findet. Die Kharkiver Studenten gaben das folgende Feedback zu dieser Lehrweise:

 

 

Wie auch schon im Dezember 2023 wurde der Präsenz-Kurs mit einem Rippchenessen im "At Arsenal" abgeschlossen. Anschließend ging es auf ein Bier in den Pravda-Pub. Die hervorragende Live-Musik im Pravda-Pub fiel wegen des "Tschernobyl-Gedenktages" (26.04.) allerdings aus. 

Das Abschlussessen mit den Studenten fand
dieses Mal im kleinen Kreise statt ...

und so blieb noch Geld f√ľr ein Bier im
Pravda-Pub √ľbrig.

Der Kurs wird noch bis Ende Mai mit kleineren Übungen einmal wöchentlich online fortgesetzt. 

 

Das Museum der Universität

Im M√§rz 2023 musste der Museumsbesuch wegen eines Luftalarms abgebrochen werden. Prof. Khmil war so freundlich und organisierte mir deshalb im April 2024 eine Privatf√ľhrung durch das Universit√§tsmuseum. Auch wenn das Museum klein ist, sind die dort ausgestellten Exponate und die Darstellung der geschichtlichen Entwicklung der Universit√§t beeindruckend. Was an deutschen Hochschulen und Universit√§ten h√§ufig verloren gegangen ist, wir an der LPNU in Lviv (und auch an der NUUE in Kharkiv) gepflegt. So bewahrt man nicht nur die Geschichte der Universit√§t, sondern auch wundersch√∂ne Exponate sowie akademische und gesellschaftliche Werte.¬†¬†¬†

Ein auf Deutsch abgefasstes "Zeugnis der k. k. technischen Akademie in Lemberg √ľber bestandene Privatpr√ľfung" (aus 1830-er Jahren)

Standuhr von "Strasser und Rohde" aus Glash√ľtte in Sachsen (100 Jahre alt und in Betrieb)

Das "Multiplex" - Mathematik mal ganz einfach und genial!

Mit dem Taschenrechner geht die Multiplikation nicht scheller und den Trick kann man im Kopf auch anwenden.

Beispiel: Man multipliziere 8.562 mit 3! Was ist das Ergebnis? Das "Multiplex" liefert das Ergebnis sofort: 25.686. Können auch Sie am "Multiplex" den Rechentrick erkennen? Hätte ich diese Rechentrick doch nur schon in der Grundschule gewusst, ich wäre um einiges schneller gewesen. Wie so häufig: "Über den Tellerrand zu schauen", erweitert den Horizont. 

"Rheinmetall" war nicht immer nur eine Waffenschmiede, sondern stellte zwischen WW 1 und WW 2 auch Schreibmaschinen her, als in Deutschland die Panzerproduktion verboten war.

Ein Navigationsger√§t f√ľr Kosmonauten made in Lviv (1984). Es zeigte den Kosmonauten immer den aktuellen Punkt √ľber der Erde an.

Der "PK-01 Lviv" - Ein PC made in Lviv
(KR580-Serie; Baujahr 1988; ROM 16 KB & RAM 48 KB)

Der Stab eines Hetman und die Kuratorin des Museums
("Hetman" waren Kosaken-F√ľhrer auf dem Gebiet der fr√ľhen Ukraine)

 

Der Universitätstag

Am Universitätstag stellten sich die Institute der LPNU vor und warben um Studenten. Hoher Andrang herrschte bei allen Ständen, die mit Elektronik und Drohnen zu tun hatten.

"Life as usual" am Universitätstag

Das Lehrgebiet der "Architektur" hat an der LPNU
einen besonders hohen Stellenwert.

Handzeichenkurs im Freien vor der LPNU

Handzeichenkurs im Zeichensaal der LPNU

Schon einmal als Hochschule daran gedacht, statt eines Handzeichenkurses in der Toskana diesen in Lviv abzuhalten? Ein solcher Kurs in Kooperation mit der LPNU w√§re nicht nur um ein Vielfaches g√ľnstiger, sondern auch vom architektonischen und interkulturellen Erfahrungswert wesentlich umfangreicher. Er w√ľrde zudem die V√∂lkerverst√§ndigung f√∂rdern, den Studenten den Ukrainekrieg erkl√§ren und den Ukrainer eine moralische Unterst√ľtzung geben.¬†

Zwei stolze Jung-Erfinder mit ihren Entwicklungen
(einem "Leuchtwecker" und einem fahrbaren "Kleinst-Metallsuchgerät")

Stände, an denen Drohnen und Drohnensoftware vorgestellt wurden, hatten einen hohen Zulauf.

 

Einen Abend mit Professoren im Dzyga (einem netten Kunst-Cafe in Lviv)

Die Spende von BAUER Spezialtiefbau war so gro√üz√ľgig, dass ich auch noch einige Professoren zu einem sehr gem√ľtlichen Abendessen einladen konnte.

Die K√ľche im Dzyga ist sehr gut und
Myhailo schmeckt es.

Zum Abendessen im Dzyga mit Myhailo (Assistenzprofessor), Roman (Insititutsleiter) und Oksana (Dekanin)

Das Dzyga ist ein zu einem Kunst-Cafe umgebauter alter Reitstall, in dem jeden Abend auch Musikveranstaltungen stattfinden. Architektonisch ist das Dzyga eine sehr schöne Mischung von Altem mit Neuem sowie von Gastronomie mit Theater und Kunst. Es ist ein Ort, der zum Verweilen und Abschalten vom Krieg einlädt (denn die dicken Mauern und das sehr alte Gewölbe des Reitstalls durchschlägt keine Rakete).

 

Dann war da noch die IT-Sachspende einer M√ľnchner Firma

Im Januar 2024 erkl√§rte sich eine M√ľnchner Firma bereit, ihre ausgemusterte und im Keller eingelagerte IT-Ausstattung an die Universit√§ten in Lviv und Kharkiv zu spenden. Die Spende umfasste vor allem Monitore und auch Beamer, die an ukrainischen Universit√§ten Mangelware sind. Um diese Spende als "Humanit√§re Hilfe" zollfrei in die Ukraine einzuf√ľhren, waren allerdings einige kleine (b√ľrokratische und organisatorische) H√ľrden zu √ľberwinden. Die letzte H√ľrde wurde von mir vor Ort genommen. Nachdem mit der zust√§ndigen Person aus dem Pr√§sidium der LPNU in guter alter Art mit einem Schnaps angesto√üen worden war und man sich auf diese Weise pers√∂nlich n√§her kennengelernt hatte, hielt ich das entscheidende Transportdokument in der Hand und dem Transport der Spende von M√ľnchen nach Lviv stand nichts mehr im Weg. Die M√ľnchner Firma erm√∂glichte sogar noch die sehr kurzfristige Abholung der Spende am Samstagabend und nur zwei Tage sp√§ter traf diese in Lviv ein. Ein ganz gro√ües Dankesch√∂n an alle Beteiligten f√ľr deren Hilfsbereitschaft.

Januar 2024: Gut erhaltene Monitore in M√ľnchen

April 2024: Monitore und Beamer erreichen LPNU in Lviv

Falls auch Sie IT-Hardware abzugeben haben, melden Sie sich bitte bei mir. Ich weiß, wo diese in der Ukraine gebraucht wird. Zum Aufbau eines CAD- und BIM-Labors werden an den Universitäten in Lviv und Kharkiv vor allem Monitore mit 27" und 30" gesucht. Benötigt werden zudem: Steckdosenleisten, Überspannungsschutzstecker, Beamer und mobile Leinwände. Auch gebrauchte Notebooks wären sehr willkommen. Und in all jenen Gebieten in der Ukraine, die wie Kharkiv unter "Strommangel" leiden, sind kleine Akku-Baustrahler sehr gern gesehen.   

 

... und der Krieg

Vor allem Rentner und auch Studenten fertigen in ihrer Freizeit Tarnnetze f√ľr die Ukrainische Armee.

Ehemaligen Studenten der LPNU, die im Krieg gefallen sind, wird auf Aushängen gedacht.

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Eindr√ľcke von einem Spaziergang durch Lviv

 

Mein Tipp: Besuchen Sie Lviv, denn die Stadt ist eine Reise wert. Der "Osten" ist viel n√§her als wir denken und ein Besuch in Lviv kann - trotz des Krieges - kulturell sehr bereichernd sein. Und wer einmal in Lviv war, wird verstehen, warum die Ukrainer nicht zu "Putin" geh√∂ren wollen und um ihr √úberleben k√§mpfen. Die Ukrainer stehen vor der Wahl, als Ukrainer weiter leben zu k√∂nnen oder als Ukraine "nihiliert" zu werden. F√ľr viele Ukrainer gibt es deshalb keine andere M√∂glichkeit als weiter zu k√§mpfen, bis Russland sich zur√ľckzieht und ein dauerhaftes √úberleben der Ukraine sichergestellt ist.

Die Ukraine ist mindestens genauso alt wie Russland und bis heute ist es nicht vollst√§ndig gekl√§rt, ob Russland (Moskau) aus der Ukraine (Kyiv) oder die Ukraine aus Russland hervorgegangen ist. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist die Ukraine seit dem 24.08.1991 ein unabh√§ngiges Land, dessen Unabh√§ngigkeit von Russland am 25.08.1991 anerkannt wurde. Mit der R√ľckgabe aller auf ukrainischem Gebiet stationierten ehemaligen sowjetischen Atomraketen an Russland wurde die Unabh√§ngigkeit und die Souveranit√§t der Ukraine durch das "Budapester Memorandum" am 05.12.1994 noch einmal best√§tigt. Russland, Gro√übritannien und die USA sind als Atomm√§chte die Garanten dieses Memorandums. Mit der russischen Annektion der Krim im Jahr 2014 hat Russland mit diesen Staatsvertr√§gen gebrochen. Die Konsequenz daraus war und ist, dass die Ukrainer gegen√ľber Russland sehr misstrauisch und Friedensverhandlungen schwierig geworden sind.

Foto von Lviver Rathausturm Richtung Osten

Foto von Lviver Rathausturm Richtung Westen

Die Fassaden am Rathausplatz sind wunderschön.

Der Turmuhrglocken auf dem Rathaus sind voll funktionst√ľchtig.

Das Uhrwerk der Rathausuhr ist voll funktionst√ľchtig und ein Meisterwerk alter Uhrmacherkunst (erbaut von Wilhelm Stichl vermutlich w√§hrend der k. k.-Zeit).

Die Oper im Zentrum von Lviv

Auf dem Dauerflomarkt an der Ivan-Fedorov-Statue kann man noch Schallplatten von den "Scorpians"
und "Bon Jovi" erwerben.

Die "IQ-Pizza" an der Uni bietet nicht nur
eine "Himars-Pizza" und "Patriot-Pizza" an,
sondern hat auch lustige und fröhliche Mitarbeiter.

Die viele Kultur in Lviv macht hungrig
und deswegen ist die K√ľche in Lviv
auch exorbitant gut. 

Lviv ist f√ľr seine handgefertigte
Schokolade bekannt.

Durstig? Hier gibt es alles! Auch "G√∂sser" aus √Ėsterreich
oder "Paulaner" aus M√ľnchen.

 

"Sound of Lviv"

20.04.2024, 18:40 Uhr

Straßenband vor der Oper in Lviv und singende Ukrainer (unbedingt bis zum Ende hören - grandios).

"Sound of Lviv"

20.04.2024, 18:50 Uhr

Straßenmusikant in Lviv und singende Ukrainer
(absolut hörenswert).

"Sound of Lviv"

21.04.2024, 20:20 Uhr

Straßenband im
Stadtzentrum in Lviv
und tanzende Ukrainer
(hörens- und sehenswert)

"Sound of Lviv"

26.04.2024, 18:00 Uhr

Übung einer Militärparade
in Lviv (im Hintergrund ist das Rathaus und der Rathausplatz mit wunderschönen Haus-Fassaden zu sehen).

Es ist Krieg, aber die Lviver trotzen diesem Krieg und zeigen, dass sie nicht zu "Putin's Russland" geh√∂ren wollen. Sollte Russland den Krieg gewinnen, d√ľrfte es sehr fraglich sein, ob die Menschen in der Ukraine ihr Leben so weiter leben d√ľrfen. Es sollte uns in Deutschland dann nicht verwundern, wenn eine Fl√ľchtlingswelle Richtung Westen einsetzt, die bisherige Ausma√üe bei Weitem √ľbertrifft.

Ich frage mich bei diesen Videos und tanzenden Menschen (und Kleinkindern) aber auch, warum so viele Ukrainer in den Westen bereits gefl√ľchtet sind? Die Ukraine braucht ihre Staatsb√ľrger und zwar nicht nur im Kampf, sondern auch um den Staat am Laufen zu halten. Jeder Ukrainer, der in der Ukraine einer Arbeit nachgeht, schafft Wirtschaftsleistung und st√§rkt den ukrainischen Staat. Jeder Ukrainer, der in den Westen gefl√ľchtet ist, schw√§cht den ukrainischen Staat (und auf l√§ngere Sicht vermutlich auch die westlichen Solidargemeinschaften). Es ist eine Diskussion, die von den nicht-gefl√ľchteten Ukrainern gef√ľhrt wird und auch an mich bereits herangetragen wurde. Der Krieg zersetzt auf diese Weise den Zusammenhalt der ukrainischen Gesellschaft (und der westeurop√§ischen Staaten), was durchaus auch ein Kalk√ľl dieses Krieges bzw. Putins sein k√∂nnte. Mit meinem Engagement in der Ukraine m√∂chte ich deswegen auch zeigen, dass man sich in der Ukraine frei bewegen und arbeiten kann. Die Zust√§nde in der Ukraine sind nicht so, wie wir diese durch die Medien wahrnehmen: Sie sind einerseits viel besser (z.B. Lviv, Kyiv) und andererseits viel schlechter (z.B. Ostukraine).¬†

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Die Kirchen von Lviv

 

Lviv hat sehr viele Kirchen und die sind etwas Besonderes. Viele dieser Kirchen sehen von Außen "unscheinbar" aus, im Inneren finden sich aber wahre Kunstschätze. 

The Church of the Holy Eucharist

Church and Monastery of Discalced Carmelites

Sankt-Georgs-Kathedrale

Latyns Ļkyy Katedral Ļnyy Sobor

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Der Krieg in Lviv und der Heldenfriedhof von Lviv (im April 2024)

 

Die Ukraine wird derzeit tagtäglich im ganzen Land attackiert. Die Luftaufklärung der Ukraine ist allerdings gut aufgestellt und die Ukrainer wissen genau, was sich zu Wasser oder in der Luft auf die Ukraine zubewegt. Je nach dem, was die Fernaufklärung erkannt hat, werden auf diversen Apps Warn-Meldungen (Luftalarme) abgegeben.

20.04.2024. 13:26 Uhr:
Mehrere Kampfflugzeuge bewegen sich aus
zwei Richtungen auf die Ukraine zu.

27.04.2024, 04:31 Uhr:
Ein Raketenkreuzer bewegt sich
auf die Ukraine zu.

Russische Luftangriffe werden sehr h√§ufig von den Luftwaffenst√ľtzpunkten Savasleika und Engels-2 geflogen. Auch wenn diese mehrere hundert Kilometer von der Ukraine entfernt sind, kann eine von dort gestartete MiG 31 in wenigen Minuten den ukrainischen Luftraum erreichen. Die Ukrainer f√ľrchten vor allem die von den MiG 31 abgefeuerten Hyperschallraketen, die innerhalb weniger Minuten jeden Punkt in der Ukraine erreichen k√∂nnen und nur sehr schwierig abzufangen sind.

Die Flugrouten von Shahed-Drohnen (gelb), Marschflugkörpern (rot), ballistischen und Hyperschall-Raketen
(blau und gr√ľn) wird aufgezeichnet und √ľber Apps kommuniziert.

Es ist erschreckend zu sehen, dass so viele verschiedene russische Waffentr√§ger derart tief in den ukrainischen Luftraum eindringen k√∂nnen, ohne von einer ukrainischen Luftverteidigung abgeschossen zu werden. Der Mangel an Luftverteidigung f√ľhrt dazu, dass jeder Ort in der Ukraine zu jeder Zeit angegriffen werden kann.

Man stelle sich das einmal in Deutschland vor: Ein Marschflugk√∂rper oder eine Shahed-Drohen wird √ľber der Nordsee abgefeuert und fliegt in unvorhersehbaren Schl√§ngellinien von Bremerhaven bis M√ľnchen, was der Distanz von Odessa nach Lviv entspricht. Wie viele Menschen m√ľssten dann in Deutschland ihre Arbeit unterbrechen, w√ľrden aus dem Schlaf gerissen ... und m√ľssten sich in den Schutzkeller begeben? Und das fast jeden Tag seit √ľber zwei Jahren. Die deutsche Wirtschaft (und Gesellschaft) w√ľrde zusammenbrechen. Ein anderes Szenario w√§re, dass eine Hyperschallrakete (Iskander, Kinschal, Zirkon) in Kaliningrad abgeschossen wird, welche nach ca. 3 Minuten in Berlin einschlagen w√ľrde, noch bevor dort der Luftalarm ert√∂nen k√∂nnte. Das entspricht der Realit√§t in Charkiv.¬† ¬†

Auch die Flugrouten von Flugzeugen in Russland
werden genau verfolgt (wie MiG 31, Tu 95 u.a.)

Die Flugrouten von Drohnen und Raketen √ľber ukrainischem Gebiet werden kommuniziert.

Keine 23 Jahre alt geworden
(11.10.2000 - 05.10.2023).

Als "Rentner" mit 62 Jahren im Krieg gefallen
(06.04.1961 - 23.01.2024).

Mutter, √Ąrztin und Soldatin, gestorben mit 30 Jahren
(17.02.1993 - 25.06.2023)

Ein Meer aus Fahnen f√ľr die gefallenen Soldaten und Soldatinnen.

Der Soldatenfriedhof wurde auf dem "Marsfeld" angelegt und hat mittlerweile eine traurige Gr√∂√üe erreicht. Die eine H√§lfte des Marsfeldes ist nach zwei Jahren Krieg vollst√§ndig mit Gr√§bern belegt (f√ľr Georeferenz klick hier: Marsfeld vor dem Krieg). Die zweite H√§lfte wird derzeit f√ľr neue Gr√§ber vorbereitet (siehe Fotos im Hintergrund).

Die Ukrainer zahlen einen sehr hohen Blutzoll f√ľr einen Krieg, der eigentlich nicht ihrer ist (siehe "Reise-Fazit" weiter unten).

 

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Die R√ľckreise

 

Morgens um 5:30 Uhr am Busbahnhof in Lviv

Am Grenz√ľbergang zwischen der Ukraine und Polen

In der "Border Control Zone" an der Grenze

Die R√ľckreise von Lviv ging dieses Mal √ľber Krakau, denn die Z√ľge zwischen Wien und Lviv verf√ľgten √ľber keine freien Pl√§tze:¬†

  • Lviv - Krakau (330 km):
    10 Stunden mit dem √úberlandbus, davon knapp 6 Stunden in der Passkontrolle
  • Krakau - Frankfurt (800 km):
    5 Stunden mit dem Flugzeug (inkl. dem Check-in und Baggage Claim)
  • Frankfurt - R√ľdesheim:
    1,5 Stunden mit dem Zug

 

(Kleines) Reise-Fazit und wie geht es weiter?


Viele Menschen haben zum Ukrainekrieg unterschiedliche Ansichten, aber egal wie man diesen Konflikt betrachtet: Es ist und bleibt ein russischer Angriffskrieg, bei dem das V√∂lkerrecht missachtet und gebrochen wurde, das seit dem zweiten Weltkrieg den Frieden in Europa bewahrt hat. Wer den Bruch des V√∂lkerrechts toleriert, schafft die "Blaupause" f√ľr kriegerische Auseinandersetzungen in Europa und auch weltweit. In den letzten 14 Monaten habe ich fast drei Monate in der Ukraine zugebracht und kann folgendes res√ľmieren:¬†

Punkt 1)
Die Ukraine stellte zu keiner Zeit eine milit√§rische Bedrohung f√ľr Russland dar. Die Ukrainer wollten aber einen Wechsel im politischen System vornehmen (siehe "Orange Revolution", "Kastanienrevolution", "Euromaidan" ...) und von einem politisch gepr√§gten "Ost-System" zu einem "West-System" wechseln. Einen solchen Systemwechsel kann Putin in der Ukraine nicht tolerieren, weil er eine Gefahr f√ľr das Fortbestehen des "russischen Systems" bzw. des "Putin'schen Systems" darstellt. Der Ukrainekrieg ist deshalb eher ein Kampf der Systeme bzw. viel mehr eine Auseinandersetzung zwischen "Ost" und "West", bei der die Ukraine nur das Schlachtfeld ist. Mit "ukrainischen Nazis" und einer notwendigen "Entnazifizierung der Ukraine" - wie Russland dies behauptet - hat all dies nichts zu tun. Mir sind auf meinen Reisen in die Ukraine bisher keine Nazis begegnet, sondern ausschlie√ülich sehr nette, h√∂fliche, patriotische und tapfere Menschen.

Punkt 2)
Das Argument, dass Russland die russischsprachigen Ost-Ukrainer vor den pro-westlich orientierten West-Ukrainern hat besch√ľtzen m√ľssen, ist ein russisches M√§rchen, denn bei Betrachtung der Sachlage, geht es den Menschen in der Ostukraine heute wesentlich schlechter als vor der russischen Invasion. Russland legt in der Ostukraine gerade alles in Schutt und Asche und hat bereits vor 2014 daran gearbeitet, die Ostukraine gegen die Westukraine aufzustacheln, um die Ukraine als Ganzes zu destabilisieren. F√ľr die russischen Eliten sind Ukrainer Menschen zweiter Klasse. Zum "Schutz der russisch-sprachigen Minderheit in der Ostukraine" ist folgendes anzumerken: Kulturelle und sprachliche Unterschiede innerhalb eines gro√üen Landes (wie der Urkaine) d√ľrften eher die Regel als die Ausnahme sein, und stellen kein Grund f√ľr ein Drittland (Russland) dar, in einem kulturell vielf√§ltig aufgestellten Land milit√§risch zu intervenieren. Man stelle sich vor, √Ėsterreich stachelt zun√§chst die Bayern gegen die Norddeutschen auf und marschiert dann in Bayern ein, um die Bayern mit ihrem "Bairisch" und ihren ‚ÄěWei√üw√ľrsten‚Äú vor den Niedersachsen mit ihrem "Plattdeutsch" und ihren ‚ÄěFischbr√∂tchen‚Äú zu besch√ľtzen. Niemand w√ľrde dies in Deutschland tolerieren. Die Situation in der Ukraine ist prinzipiell √§hnlich, weshalb man den Ukrainern ihr Recht auf Selbstverteidigung und die Herstellung der vollen Souver√§nit√§t nicht abstreiten kann. Und man sollte die Gefahr bedenken, die aus einem erfolgreichen russischen Vorgehen in der Ukraine hervorgehen k√∂nnte: Evtl. kommt dann der "Ukrainekrieg 2.0" in den Baltischen Staaten oder aber auch anderswo in der Welt (z.B. Taiwan, S√ľdchinesisches Meer). Es gibt genug Akteure weltweit, die sich die Geschehnisse in der Ukraine gerade ganz genau anschauen und f√ľr sich analysieren.¬†¬†¬†¬†

Punkt 3)
√Ėkonomisch betrachtet h√§tte Russland das Geld, was es in der Ukraine gerade tagt√§glich im Krieg "verbrennt", bei einer tats√§chlich vorhandenen Bedrohungslage wesentlich besser in seine Verteidigung und Landessicherung oder auch in die Modernisierung seiner Wirtschaft in S√ľdrussland (Belgorod, Krasnodar ‚Ķ) stecken k√∂nnen. Allerdings best√§nde dann weiterhin die Gefahr, dass bei einem Anschluss der Ukraine an den Westen, die ukrainische Wirtschaft und der ukrainische Wohlstand wesentlich schneller wachsen als in Russland. Bei den engen Verflechtungen, die zwischen den Ukrainern und Russen bestanden haben, w√ľrde dies in der russischen Bev√∂lkerung Begehrlichkeiten wecken und Putin h√§tte Schwierigkeiten, die folgende Frage zu beantworten: "Warum fahren meine Verwandten in der Ukraine einen Tesla und ich nur einen Wolga?" Das "System Putin" w√§re in diesem Fall in h√∂chster Gefahr. Nach dem Fall der Sowjetunion in 1991 k√§me dann vermutlich zeitnah der Fall Russlands? Diese Gefahr l√§sst sich aus russischer Sicht nur bannen, wenn die wirtschaftliche Entwicklung der Ukraine hinter der Russlands bleibt, weshalb Russland den Anschluss der Ukraine an den Westen verhindern muss und die Ukraine derzeit zur√ľck in die Steinzeit bombt. Aus diesem Grund ist es Russland auch wichtig, die komplette ukrainische Regierung samt Selensky zu beseitigen und durch eine pro-russische zu ersetzen. Russland geht es nicht um die russischsprachigen Ostukrainer, sondern um eine schwache Ukraine, die gut f√ľr Russland ist. Eine prosperierende Ukraine ist schlecht f√ľr Russland. Wie perfide Russland argumentiert, erkennt man auch daran, dass russische Eliten die Ukrainer als Menschen zweiter Klasse betrachten (seit jeher ‚Äď fr√ľher wurde das Gebiet der Ukraine deshalb auch schon einmal als "Kleinrussland" tituliert) und gleichzeitig die Ukrainer als "Nazis" bezeichnen, die es zu bek√§mpfen gilt. Wer nur ist der wahre Nazi, wenn man Menschen in Klassen einsortiert? Jetzt kann sich jeder √ľberlegen, ob ein Friedensschluss unter diesen Umst√§nden wirklich Frieden bringen w√ľrde.

Punkt 4)
Der Ruf nach Friedensgespr√§chen ist berechtigt, denn von Ausnahmen abgesehen (z.B. Koreakonflikt), enden die meisten kriegerischen Konflikte am Verhandlungstisch. Friedensgespr√§che f√ľhrt man, wenn beide Konfliktparteien der Ansicht sind, dass im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung die eigenen Verluste gr√∂√üer als bei einem Ende des Waffenganges sind oder sich die Ressourcen bei einer Partei vollst√§ndig ersch√∂pft haben und diese kapitulieren muss. Solange eine Konfliktpartei der Ansicht ist, mit Waffengewalt noch mehr f√ľr sich gewinnen zu k√∂nnen, wird es nicht zu Friedensgespr√§chen kommen. Wieso auch? Der Karren steckt ohnehin im Dreck und solange man als Kriegspartei dies vermag, zieht man den Karren durch den Dreck. Wenn man damit Erfolg hatte, muss die unterlegene Partei den verdreckten Karren s√§ubern. Auf den Ukrainekrieg bezogen bedeutet dies, f√ľr ein Kriegsende br√§uchte es eine Pattsituation oder die Kapitulation einer Partei. Die Kapitulation Russlands ist unwahrscheinlich, aber die der Ukraine auch, denn dies w√ľrde den Untergang der Ukraine bedeuten. W√§hrend die Ukraine also um ihr "nacktes √úberleben" k√§mpft, f√ľhrt Russland mit seiner derzeitigen √úbermacht den Krieg weiter, um so viel wie m√∂glich f√ľr sich zu gewinnen und um das "System Putin" zu stabilisieren. Ein Ende des Konfliktes ist deshalb erst absehbar, wenn in Russland die √úberzeugung eintritt, dass im weiteren Kampf nichts mehr zu gewinnen ist. Diesen Zustand erreicht man erst, wenn die Ukrainer in der Lage sind, ausreichend Widerstand gegen die russische Aggression leisten zu k√∂nnen. Wer dies nicht nachvollziehen kann, stelle sich vor, mit einem hungrigen Eisb√§ren auf einer Eisscholle zu sitzen. Sie wissen um die Gefahr mit dem Eisb√§ren und wollen deshalb Friedensgespr√§che mit dem Eisb√§ren f√ľhren. Eine dumme Idee, denn dieses Friedensgespr√§ch w√ľrden sie vermutlich nicht √ľberleben. Alternativ k√∂nnten Sie versuchen, sich totzustellen, was allerdings auch nicht helfen w√ľrde, denn der Eisb√§r hat Sie l√§ngst gerochen und wei√ü, dass Sie da sind. Was hilft, wissen die Arktisbewohner: Man sollte sich bei einem Eisb√§renkontakt so gro√ü wie m√∂glich machen und so laut wie m√∂glich sein. Im hohen Norden verscheucht man Eisb√§ren mit Knallern, B√∂llern, Warnsch√ľssen und grellem Licht ‚Äď also mit einer Machtdemonstration (aber nicht mit physischer Gewalt). Sollte sich der Eisb√§r gegen Sie auf der Eisscholle durchgesetzt haben, weil ihnen Gr√∂√üe und B√∂ller gefehlt haben, und der Eisb√§r Sie mit Haut und Haar verspeist haben, ist der weitere Verlauf der Geschichte f√ľr Sie uninteressant. Alle Anderen sollten sich √ľberlegen, was ein hungriger Eisb√§r als n√§chstes tun w√ľrde, der nach dieser Vorspeise so richtig ‚Äěauf den Geschmack gekommen‚Äú ist.

Punkt 5)
Wer nun in Deutschland meint, dass uns der Ukrainekrieg nichts angeht, macht es sich meiner Meinung nach zu leicht und verschlie√üt die Augen vor der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. F√ľr mich verteidigen die Ukrainer nicht nur ihr eigenes Land, sondern auch demokratische Werte und letztendlich auch das V√∂lkerrecht, was alle Menschen weltweit angehen sollte. Die Ukrainer k√§mpfen daf√ľr, dass im 21. Jahrhundert damit Schluss sein sollte, L√§ndergrenzen mit milit√§rischer St√§rke und √úbermacht zu ver√§ndern. Daf√ľr zahlt die Ukraine einen sehr hohen Preis mit vielen Menschenleben und gro√üfl√§chiger Zerst√∂rung, wovon ich mir in der Ukraine selbst ein Bild habe machen k√∂nnen. Als Bauingenieur, Baubetriebler, Infrastrukturbauer und ehemaliger Professor ist es f√ľr mich deshalb eine Selbstverst√§ndlichkeit, vor Ort mit "meinen Mitteln" zu helfen und lehrend t√§tig zu sein, um den Ukrainern zu zeigen, dass sie in ihrem Kampf nicht allein sind.

 

Die Probleme dieser Welt l√∂st man nur, wenn man bereit ist, "√ľber den Tellerrand zu schauen". Das "√ľber den Tellerrand schauen" erfordert √úberwindung, das Verlassen der eigenen Komfortzone und macht gelegentlich viel Arbeit, aber kann daf√ľr auch sehr bereichernd sein. Diese Erfahrung habe ich bei meiner Arbeit in Nepal, Indien, S√ľdafrika und auch in der Ukraine gemacht. Mein ehrenamtliches Lehrengagement in der Ukraine ist bisher sehr arbeitsintensiv gewesen, aber mit der Hilfe von guten Freunden, werde ich es weiter betreiben, denn es hilft den Menschen vor Ort und setzt Zeichen. Wenn jeder ein bisschen was t√§te, g√§be und Zeichen setzen w√ľrde, s√§he es in der Ukraine besser aus. Auch wenn die Gruppe der Studenten dieses Mal eher klein ausfiel, hat sich gezeigt, dass mein Lehrkonzept sehr gut passt und umsetzbar ist. Aber wo wie in Kharkiv aufgrund zerst√∂rter Kraftwerke der Strom fehlt, funktionieren auch √ĖPNV, K√ľhlschr√§nke, Kochplatten, Licht, Internet, Computer ... nicht! Als Kharkiver hat man dann ganz andere Probleme zu l√∂sen. ¬† ¬†¬†

Prof. Khmil hat f√ľr die LPNU bereits das Interesse bekundet, den Kurs "IPM 1" im Herbst 2024 neu zu starten und mit der Unterst√ľtzung der Mengler-Stiftung und evtl. weiteren Unterst√ľtzern ist dies auch bestimmt machbar. Auch f√ľr die NUUE in Kharkiv stehe ich weiterhin gerne zur Verf√ľgung. Ich freue mich bereits auf den n√§chsten Einsatz vor Ort. Mein Tipp: Erkunden Sie den Osten, so lange es noch geht.

 


Bearbeitungsstand dieser Webseite: Mai 2024

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